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Bericht zum Vortrag "Elisabeth von Thüringen"

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Elisabeth von Thüringen und das sich wandelnde Frauenbild früher und heute in Gesellschaft und Kirche

Elisabeth von Thüringen, eine Frau, eine Heilige, deren Lebensphilosophie noch nach über 800 Jahren fasziniert und begeistert. Eine Frau, die sowohl von der katholischen wie auch der evangelischen Kirche als Heilige verehrt wird.  Rund 40 Besucher/innen waren der Einladung der kfd  Ilvesheim zu einem Vortrag über eine der wohl außergewöhnlichsten Frauen des Mittelalters gefolgt. Die Vorsitzende Anni Wawra begrüßte die Anwesenden in der Katholischen Kirche St. Peter und dankte Angela Holzschuh für die musikalische Umrahmung des Abends an der Harfe, bevor sie das Wort an Heinrich Wech von den Mannheimer Bildungswerken übergab.

Dieser nahm die Zuhörer mit auf den für damalige Zeiten fast unglaublichen Werdegang der jungen Elisabeth, um den Bogen dann zur Rolle der Frau in der heutigen Zeit zu spannen.
Geboren als ungarische Königstochter, heiratete sie bereits mit 14 Jahren den Landgrafen Ludwig von Thüringen. Die Mutter dreier Kinder fühlte sich in der bestehenden Feudalherrschaft, dem höfischen Prunk nicht wohl und folgte, wohlgemerkt mit weitgehender Unterstützung ihres Ehemanns, immer mehr asketischen Idealen.
Man nannte sie „Mutter der Armen“, waren doch auf ihre Anweisung die wohlgefüllten Scheunen und Vorratslager der Wartburg geöffnet, die Vorräte in den Hunger- und Seuchenjahren 1225/26  großzügig an Arme und Kranke verteilt worden.
Nach dem Tode ihres Mannes stand sie stark unter dem Einfluss ihres radikalen Beichtvaters und erkämpfte sich eine „Abfindung“ ihres Vermögens. Diese nutzte sie, gerade 19 Jahre alt,  um in Marburg ein Hospital zu bauen, und widmete sich fortan der Pflege der Armen.
Viele Legenden ranken sich um diese ganz besondere Frau, die völlig gegen den Geist der damaligen Zeit schwamm und den religiösen Gedanken der Barmherzigkeit voll auslebte. Durch die recht radikal entsagungsreiche Lebensweise starb sie bereits mit 24 Jahren.
Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie heilig gesprochen. Das war eine große Besonderheit, da sie verheiratet und, soweit bekannt, keineswegs „leibfeindlich“ eingestellt war, was gerne heiligmäßigen Menschen angedichtet wurde.

Im Folgenden trug der Referent Überlegungen vor, wie sich Elisabeth von Thüringen ins heutige Frauenbild einfügen würde. Bereits damals waren ihre hehren Ziele Gerechtigkeit und Solidarität in allen Bereichen. So könnte man sich gut vorstellen, dass sich Elisabeth bei der katholischen Frauenbewegung Maria 2.0 ganz vorne für die Gleichwertigkeit und gegen die Bevormundung der Frau engagieren würde.

Am 19. November ist der Namenstag von Elisabeth von Thüringen, einer Frau, die schon im frühen 13. Jahrhundert gezeigt hat, dass im Leben nicht immer alles bleiben muss, wie es eh und je war, und dass es durchaus möglich ist, gottergeben und gottesfürchtig gegen den Strom für mehr Gerechtigkeit und Anerkennung zu kämpfen. Dass Frauen, die sich von Gott berufen fühlen, ernst genommen und anerkannt werden müssen.

© M. Kohl 2021

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