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Palmstraußbinden 2014

Ilvesheim: Katholische Frauengemeinschaft stellte rund 300 kleine Gebinde her

Für „Frauen in Not" im Akkord Palmsträußchen gebunden

„Das Binden von Palmsträußchen für den Palmsonntag hat bei uns eine lange Tradition. Wir verbinden dabei das Soziale mit dem Christlichen", erklärte die Vorsitzende der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Ilvesheim, Anni Wawra. Knapp 300 Sträußchen wurden dieses Mal von rund einem Dutzend Frauen aus Buchs und Weidenkätzchen gebunden. Die geweihten Sträuße gelten seit jeher als Segenszeichen für Haus und Felder. Sie begleiten die Gläubigen bis Aschermittwoch des Folgejahres als Symbol für das Leben und Sterben Jesus Christus.
Die kleinen Gebinde erinnern an den Einzug Jesus in Jerusalem, als die Menschen dem Messias mit Palmzweigen zujubelten. Echte Palmen sind in unseren Breiten schwer erhältlich, zudem wäre das Ganze zu teuer und zu aufwendig. Daher werden stets Weidenkätzchen und Buchsbaum eingebunden. „In diesem Jahr war die Materialbeschaffung gar nicht so einfach", erklärte Anni Wawra. Durch den milden Winter hätten die Weidenkätzchen früh zu blühen begonnen, und der Zünsler setzt auch in Ilvesheim dem Buchs arg zu. „Ich habe noch schnell von unserem großen Buchsbaum etliches abgeschnitten, bevor sich die Raupen einnisten", bemerkte Marianne Metz, die wie viele andere zu den verlässlichen Lieferanten des Frühlingsschmucks zählt.

In Kellern gelagert

Die Zweige mit den Weidenkätzchen wurden rechtzeitig vor der vollen Blüte abgeknipst und bis zum ei­gentlichen Verwendungszweck in Kellern gelagert. „Am Freitag vor Palmsonntag schaffen wir im Ge­meindehaus dann im Akkord", scherzte Hildegard Hartmann. An einer langen Tischreihe werden Buchs und Weidenkätzchen aufgereiht und mit ein paar geübten Handgriffen zu Sträußchen gefasst. Mit einem Bändchen versehen wird das Ganze dann von Hilma Jäger. Die 85-Jährige ist die älteste Aktive, sie gilt als die „Bindemeisterin". Unter den Damen gibt es auch einen echten Profi in Sachen Gestaltung. „Ich hatte früher ein Blumengeschäft und seit ich Rentnerin bin, helfe ich gerne ein bissel mit", sagte Roswitha Henn. Beim Sträußchenbinden werde viel erzählt und es diene zudem einer guten Sache, deshalb mache sie mit, meinte Tischnachbarin Rita Hefner. „In diesem Jahr kommt der Erlös unserer Arbeit dem kfd‑Netzwerk „Frauen in Not" zugute, das auf eine Initiative des Diözesanverbandes Freiburg zurückgeht", erklärte die 2. Vorsitzende der kfd, Diethild Frank. Die Initiative unterstützt Frauen unabhängig von Religion und Nationalität, die durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder eine angespannte Familiensituation in Bedrängnis geraten sind.
Dieser Hilfsfond lebt ausschließlich von Spenden und ist deshalb auf Unterstützung angewiesen. Jedes Sträußchen, das die Damen binden, wird für einen Euro am Kircheneingang verkauft. „Manche geben auch mehr, sie wissen ja, der Erlös dient einem guten Zweck", weiß Anni Wawra. Nachdem noch einmal Buchs nachgeordert wurde, ging es am späten Freitagnachmittag beim Sträußchenbinden in die Endrunde. jetzt hamma‘s glei widder g'schafft", spulte Hilma Jäger zufrieden die letzten Bändchen von ihrer Rolle.

Bestandteil der Glaubenswelt
Nach getaner Arbeit durften die Damen bei Kaffee und Kuchen entspannen. „Solche Symbole wie die Palmsträußchen, die in der Kirche geweiht werden, zählen zu den festen Bestandteilen der Glaubenswelt und tragen zu deren besserem Verständnis bei", erklärte der Leiter der Seelsorgeeinheit Mannheim Ost, Pfarrer Glocker, und fügte an: „Wir müssen nur die Augen aufmachen, Gottes Spuren kann man überall entdecken, sie sind allumfassend - Gott wohnt auch in Ilvesheim."

Mannheimer Morgen, 12.4.2014, von Hannelore Schäfer

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